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Ob Söiblueme, Sunnewirbel, Chrottepösche, Weifäcke oder eben Rämschfädra -
gemeint ist der Löwenzahn.

Für "Rämschfädra" ist ihre namengebende Pflanze durchaus Programm: So wie sie, ist auch unsere Musik an vielen - zum Teil unspektakulären - Orten verwurzelt, und ebenso, wie sich die Pflanze durch fliegende Samen vermehrt, fliegt unsere Musik weiter, trennt sich von ihrem ursprüglichen Standort, verändert und entwickelt sich.

Die Rämschfädra-Pflanze hat nebst ihrem schönen Walliser Namen noch einiges mehr zu bieten. Lassen Sie sich auf dieser Seite inspirieren.

 

*Weisheiten und Geschichten*
Pusteblumen entstehen, wenn die Rämschfädra verblüht und in den Samenstand geht. Wenn man eine Pusteblume pflückt und es schafft, in einem Atemzug alle "Schirmchen" wegzupusten, soll das Glück bringen.

Manchmal vermag uns eine durch den Asphalt brechender Löwenzahn die tägliche Frage nach dem Sinn des Lebens eindrücklicher und überzeugender zu beantworten, als eine ganze Bibliothek philosophischer Schriften. (unbekannt)

Ein Mann beschloss, einen Garten anzulegen. Also bereitete er den Boden vor und streute Samen wunderschöner Blumen aus.
Als die Saat aufging, wuchs auch die Rämschfädra. Da versuchte der Mann mit mancherlei Methoden, der Rämschfädra Herr zu werden. Weil aber nichts half, ging er in die ferne Hauptstadt, um dort den Hofgärtner des Königs zu befragen.
Der weise, alte Gärtner, der schon manchen Park angelegt und allzeit bereitwillig Rat erteilt hatte, gab vielfältig Auskunft, wie die Rämschfädra loszuwerden sei. Aber das hatte der Fragende alles schon selbst probiert.
So sassen die beiden eine Zeit lang schweigend beisammen, bis am Ende der Gärtner den ratlosen Mann schmunzelnd anschaute und sagte: "Wenn denn alles, was ich dir vorgeschlagen habe, nichts genützt hat, dann gibt es nur noch einen Ausweg: Lerne, die Rämschfädra zu lieben." (nach einer Sufigeschichte)

 


*Rezepte*

*Rämschfädra-Salat*
Zutaten:
4 Tassen frische Löwenzahn-Blätter
16-24 Löwenzahn-Knospen
3 Frühlingszwiebeln
1 Bund Radieschen
1 gehackte Knoblauchzehe
Salz
Pfeffer
Balsamessig
Olivenöl
Zubereitung:
Die Blätter und Knospen waschen, Blätter in mundgerechte Stücke schneiden und in eine Schüssel geben. Die Radieschen und Zwiebeln in schmale Scheiben oder Ringe schneiden und den gehackten Knoblauch darüberstreuen. Essig und Öl über den Salat giessen, salzen und pfeffern und gut mischen.

 

Rämschfädra-Tipp, um morgens wach an die Probe zu kommen

*Weifäcke-Kaffee (Löwenzahn-Kaffee)*
Zutaten:
Löwenzahn-Wurzeln

Zubereitung:

Mit Löwenzahn-Wurzeln kann ein Kaffee-Ersatz hergestellt werden. Dieser "Kaffee" wurde früher in einigen Gegenden Bayerns für den Hausgebrauch hergestellt. Einer verbreiteten Verwendung stand allerdings entgegen, dass die Wurzeln der Pflanze verhältnismässig klein sind und ziemlich tief im Boden sitzen, so dass sie sich schwer ausgraben lassen. Man gräbt im Herbst die Wurzeln aus, wäscht sie vorsichtig mit Wasser und lässt sie trocknen. Danach breitet man die Wurzeln auf einem Rost aus und trocknet und röstet sie im Backofen (180°C) bis sie braun geworden sind. Mahlen und Kaffee-Zubereitung wie bei normalen Kaffeebohnen.

 

DAS Getränk, um ein gelungenes Rämschfädra-Konzert zu feiern


*Söiblueme-Schämpis (Löwenzahn-Sekt)*

Zutaten
6x soviel Löwenzahnblüten, wie man fest gepresst zwischen zwei Hände halten kann
6l Wasser
Schalen von zwei Zitronen (ungespritzt)
Schalen von zwei Orangen (ungespritzt)
3 kg Zucker
etwas Weinhefe

Zubereitung
Die Löwenzahnblüten werden mit dem Wasser, den Zitronenschalen (etwas zerkleinert), den Orangenschalen (etwas zerkleinert) und dem Zucker 15 Minuten gekocht. Anschliessend wird durch ein Haarsieb filtriert. Nach dem Abkühlen wird die Hefe, die in etwas Wasser verrührt wurde, zugegeben und die Flüssigkeit in eine Flasche abgefüllt, die mit einem Gärkorken verschlossen wird. Die Flasche stellt man an einen warmen Ort und lässt sie fünf Tage gären. Danach wird filtriert und in saubere Flaschen abgefüllt. Die Flaschen werden jetzt gut verschlossen und der Verschluss mit Draht gesichert. Jetzt müssen die Flaschen noch mindestens zwei Monate im Keller gelagert werden.

 

Rämschfädra versüssen das Leben nicht nur musikalisch


*Chrottepösch-Hung (Löwenzahn-Honig)*
Zutaten
200 Löwenzahnblüten
1 Liter Wasser
1 Zitrone, nur Schale
2 Esslöffel Zitronensaft
500 Gramm Zucker

Zubereitung
Die Blüten etwas ausschütteln, gelbe Blätter auszupfen, grüne Kelchblätter nicht verwenden, sie sind bitter. Es bleiben ca. 100 Gramm gelbe Blätter übrig. Diese abspülen und in eine Pfanne geben. Wasser und Zitronenschale beigeben und aufkochen, sieben Minuten kochen lassen, dann einige Stunden oder über Nacht stehen lassen, absieben (ergibt ca. 5 dl Saft), in die Pfanne zurückgeben. Zitronensaft und Zucker beifügen, alles aufkochen und unter Rühren zu Sirupdicke einkochen (Nicht zu lange, da er beim Erkalten fest wird). In saubere, vorgewärmte Gläser randvoll füllen und sofort gut verschliessen.

 

Rämschfädras Lieblingsvorspeise


*Gekochte Seichblueme (Löwenzahn) mit Rosinen und Pinienkernen*

Zutaten
ca. 600 g Löwenzahnblätter
1 Knochblauchzehe
2 Esslöffel Fenchelsamen
2-3 Sardellenfilets
100 g Rosinen
100 g Pinienkerne
Salze, Pfeffer aus der Mühle
Olivenöl

Zubereitung
Die gewaschenen Löwenzahnblätter in Salzwasser fünf Minuten kochen und in einem Sieb abtropfen lassen. Wenig Olivenöl in eine Bratpfanne geben und Fenchelsamen, Sardellefilets, Rosinen und Pinienkerne darin be kleiner Hitze vermischen, so dass alles langsam geröstet angebraten wird. Zum Schluss den ausgepressten Knoblauch beifügen. Den gekochten Löwenzahn in die Pfanne geben und mit zwei Holzlöffeln gut mit den Gewürzen vermischen. Dann mit Olivenöl und viel schwarzem Pfeffer abschmecken.

 

Das Schönheitsgeheinmis der Rämschfädra-Musikerinnen


*Gesichts-Maske, glättend, Löwenzahn*
Zutaten
1 grosse handvoll geöffete Löwenzahn-Blüten
2 Tassen Wasser

Zubereitung
Man lässt die Löwenzahnblüten im Wasser 15 Minuten lang sieden und lässt es abkühlen, bis die Mischung lauwarm ist. Man seiht ab und trägt die Flüssigkeit auf das Gesicht auf. Man lässt sie antrocknen und wäscht mit lauwarmem Wasser ab. Die Maske klärt und glättet die Haut.

 

Rämschfädra-Musikern darf in die farbigen Schuhe geschaut werden

*Rämschfädra, um Warzen zu entfernen*
Viele Leute schwören auf den Löwenzahn im Kampf gegen die Warzen. Man träufelt morgens und abends einen Tropfen der Milch auf die Warzen und lässt sie eintrocknen. Am besten pflückt man frischen Löwenzahn (maximal einen Tag liegenlassen). Nach wenigen Wochen verschwinden die Warzen. So kann man innerhalb weniger Wochen alle Warzen entfernen.

 

Manchmal sind wir uns selbst nicht ganz geheuer

*Inhaltsstoffe der Rämschfädra*
1. Taraxi folium
Sesquiterpenlactone (Taraxinsäurederivate), Triterpene und Steroide (Cycloartenol, Campesterol, Sitosterol), Flavonoide (Glykoside des Apigenins und Luteolins), Vitamine (B1 und B2, C, E), Aminosäuren, Proteine und Kohlenhydrate.

2. Taraxi radix
Sesquiterpenlactone, bes. Glykoside der Dihydrotaraxinsäure, Taraxinsäure und des Taraxacolids; Triterpene und Steroide, wie b-Sitosterol, Taraxasterol, Taraxerol, Taraxol; Taraxacosid, ferner Lino- und Linolensäure.

3. Taraxaci radix cum herba
Sesquiterpenlactone, Triterpene, Flavonoide, Mineralstoffe, Taraxacosid.

 

*Allerlei Interessantes über die Rämschfädra*
Wenn man sich mit Löwenzahn den Körper einreibt, erfüllt sich nach altem Hexenglauben jeder Wunsch.


Die Indianer Nordamerikas rauchten die getrockneten Blätter bei ihren schamanischen Ritualen.

In der Nacht vor Allerheiligen (Samhain, Halloween) gehört Löwenzahn zum sogenannten "Samhain-Ritual" mit Weissagungen und Totenbeschwörungen.

Sieben Wurzeln, die am St. Bartholomäus vor Sonnenaufgang ausgegraben wurden, trug man einst in einem Säckchen als Amulett gegen Augenleiden.

Als Signaturpflanze sollte sie mit ihren gelben Blüten die Gelbsucht heilen.

Schon im 11. Jahrhundert berichteten arabische Ärzte von der heilenden Wirkung des Löwenzahns; heute wird Extrakt des Löwenzahns bei Leber-, Gallen-, Blasen- und Nierenleiden und Gelenkerkrankungen verabreicht.

Goethe betrachtet in der "Spiraltendenz" den aufgeschlitzten Stengel als einen Weg, dem "tiefen Naturgeheimnis näher zu treten".

In Albrecht Dürers "Rasenstück" ist sie die Hauptperson.

Salvador Dali malte in seinem Bild "Tristan und Isolde" eine Pusteblume als Kopf der Isolde.