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*Von Gruppe B zu Rämschfädra*

Eine Entstehungsgeschichte

Die fünf Gründungsmitglieder von Rämschfädra lernten sich 2005 im ersten einjährigen Nachdiplomkurs "Schweizer Volksmusik" an der Musikhochschule Luzern kennen. Mit Markus Flückiger, Noldi Alder, Fabian Müller, Domenic Janett, Elmar Schmid, Max Lässer und vielen anderen Exponenten der neuen Volksmusikszene wurden alte, neue, bekannte und unbekannte Formen unserer Volksmusik erkundet, geübt, getanzt und gespielt. Im Dezember 2005 teilten die Kursleiter die fünfzehn TeilnehmerInnen in drei Fünfergruppen ein. Auftrag: Zusammen Arrangements erarbeiten und am Abschlusskonzert als Gruppe auftreten.
Ja! Sie ahnen richtig...!

Gruppe B

Paukenwirbel. Donnerblech. Ein Weihnachtsgeschenk der Sonderklasse!

Nirgends in der Kursausschreibung hatte man uns auf ein solches Zähne-Ausbeissen vorbereitet. Niemand hatte uns vor Risiken und Nebenwirkungen dieser Gruppe gewarnt. Kein Hinweis, dass fünf Dickköpfe zusammen eingeteilt würden. Kein Kühlelement geliefert für hitzige Debatten.

 

Dezember 2005
Proben? Gefechte!
Balance? Platzhirsche!
Ideen? Ideen!
Ausprobieren? Alles!
Entscheiden? Verwerfen!
Im Kurs vorspielen? Werkstatt!

 

März 2006
Gruppendynamik? Blendend!
Energiepegel? Hoch!
Gemeinsames? Mehr!

 

Juni 2006
Kursende.
Tschüsszäme? Nicht Gruppe B!

 

September 2006
Wiederaufnahme.
Name? Name!

Musik.
Spielen.
Bündeln.
An einem Strick ziehen.
Zusammenwachsen.
Musik!

Rämschfädra

 

*Ungewöhnlicher, Flötenspielender Löwenzahn*
(Taraxacum flautandum inofficinale)

Der (Un)gewöhnliche, Flötenspielende Löwenzahn ist eine mehrjährige, seit 1970 existierende vielklappige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 165 Zentimetern erreicht. Die Vorfahren sind recht variabel: meist musizierend, jedoch manchmal auch rein zuhörend und stehen in einer grundanständigen Ahnenreihe.
Am Ende der gymnasialen und jugendorchestergeprägten Adoleszenz steht nur ein Studienziel: Klassische Musik. Die Volksmusikblüte wird erst 2005 geöffnet und besteht vorwiegend aus begeisterter Kreativität. Die Notenblätter sind stets vollgekritzelt. Die Blütezeit erstreckt sich heute querbeet von Bach bis Bibic.
Der (Un)gewöhnliche, Flötenspielende Löwenzahn ist mit seiner bis zu 18 Kt goldenen Querpfeife eine Melodiepflanze. Er kann selbst ohne Befruchtung durch Mit-Rämschfädra einen fätzigen Schottisch spielen ("mit" ist aber viel schöner!) . Die geblasenen Klänge bilden dann ein sogenanntes "Puste-Solo" und werden durch die Luft verbreitet.

Vorkommen
Die Pflanze spielt häufig, sie wächst in Orchestern, an allen möglichen Anlässen und in Konzertsälen. Sie ist sauerstoffliebend und gedeiht auf humoorigen Böden. Heimisch ist der (Un)gewöhnliche, Flötenspielende Löwenzahn in Köniz bei Bern und in Vaz/GR, woher sein komponierender und Klarinette spielender Grossvater Luzi Bergamin stammt. In anderen Teilen der Schweiz ist er als Kosmoflautist inzwischen ebenfalls oft unterwegs. Im Gebirge ist er ganzjährig bis über 4000 m. ü. M. vertreten.

Inhaltsstoffe
Inhaltsstoffe sind Blasstoffe ("Taraxaventin"), Tempramentin, Alpin, Vitamin C1-C4, Hertze und ein hoher Musikaliumgehalt.

Verwendung
Der (Un)gewöhnliche, Flötenspielende Löwenzahn wird zur flötistischen Ausbildung von Kindern und Jugendlichen genutzt. Er ist ein Trötikum (Schallmittel) und somit Hörnerv-anregend und fördert die Ausscheidung über Dur und Moll (diatonische Wirkung).
Von faulen Schülern wird der (Un)gewöhnlich, Flötenspielende Löwenzahn manchmal als unerwünschtes Unkraut empfunden. Das Ausstechen von Hand gestaltet sich mühsam, da die vielen Lachfalten vollständig entfernt werden müssten, damit die Pflanze sich nicht erholt.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Gewöhnlicher_Löwenzahn

 

*Das Basssöiblüemli*
Thomas Estermann, Jahrgang 67, aufgewachsen in der Pampas des Luzerner Mittellandes: Geuensee.
Bevor es ihn zu Musik und deren Pflanzen zog, interessierte er sich in erster Linie für Vögel, Tiere des Waldes und des Feldes. Und für Mädchen. Beim dörflichen Pfarrer war er Ministrant (ohne missbraucht zu werden, zumindest nicht sexuell). Soziale Kompetenzen erwarb er sich in einer lokalen Jugendgruppe und im Kirchenchor jenes Kaffs.
Nach der ernüchternden Erkenntnis, dass ein Zoologe nicht Tierfilme dreht, sondern wahrscheinlich eher Genforschung betreibt und statistische Berechnungen anstellt, war erst mal grosses Rätselraten, wie's weitergehen soll.
Mit 16 oder 17 Jahren und prächtiger Akne im Gesicht der Entschluss, das Gitarrenspiel etwas ernsthafter zu betreiben und eventuell einmal ein Konservatorium zu besuchen. Genau dies trat nach der Matur ein. Nach etlichen Jahren mühevollen Übens und Würgens Lehrdiplom für klassische Gitarre. Gleichzeitig immer auch andere Interessen (Rockmusik z.B.)
Nach dem Konservatorium Beschäftigung mit der Jazzgitarre. Und nach ein paar Jahren Entdeckung des Kontrabasses. Seither beglücktes Üben und Erforschen dieses Instrumentes (ohne die Gitarre an den Nagel zu hängen).
Berufsbedingte (Unterricht) Beschäftigung mit verschiedenen europäischen Volksmusiken, mit der Zeit auch der schweizerischen Volksmusik. Seither auf der Suche nach neuen, ungehörten, groovigen, alten, interessanten Stücken.

 

*Der wirblige Sunnewirbel*
Nachdem der Samen dieser Pflanze in der Gruppe gelegt war, liess sie sich nicht mehr aufhalten. 1983 durchbohrte sie mit immensem Kraftverbrauch die Erde. Bereits unter der Erde kam sie als spriessender Samen mit Musik in Kontakt. Diese Sucht liess sie nicht mehr los.
Mit fünf Jahren wurde das Blümchen in Form von Klavierunterricht in seinem Wachstum unterstützt. In den darauffolgenden Jahren kamen Dünger in Violin- und Akkordeonunterricht dazu. Damit der Dope auch richtig wirkte, wurde der Garten von den Eltern mit einer volkstümlichen Familienmusik gut gepflegt.
Nach der Matura brauchte die junge Pflanze neuen Stoff. Sie besuchte die Musikhochschule Luzern, wo sie viel Sonnenschein bekam um weiterzugedeihen (2006 Abschluss Diplom Schulmusik II und Lehrdiplom Klavier). Da sie sich gerne in andere einfühlt, begleitet sie oft andere Blumen und grössere Sträusse, damit das Blumenbouquet zum Leuchten kommt.

 

*Der heranfaulende Zahn des Löwen*
Man findet ihn überall, wo es dreckig ist. Im ausgewachsenen Stadium kann er bis zu 184 cm erreichen, was aber rein gar nichts mit Reife zu tun haben muss. Ein weiteres Merkmal des heranfaulenden Löwenzahn ist seine durch eine Akkordeonrucksack herbeigeführte, krumme Haltung. Ganzheitlich geknickte Exemplare sind jedoch eher selten. Er spielt überall auf, wo er Nährstoffe und Flüssigkeit findet und verbreitet siene bereits im Namen assoziierten, herrlichen Noten: Eine Note Brom, eine Note Buttersäure und tausende mehr. Zusammen ergibt dies einen revolutionären Mix, der einer aber doch irgendwie an Urgrossvaters Finken erinnert. Der heranfaulende Zahn des Löwen beschäftigt sich momentan vor allem mit der Besiedelung neuer Gebiete. Verbreitet ist er an der Musikhochschule Bern und in verschiedensten Formationen. Auch bei den Rämschfädra ist er nicht seit der Gründung dabei. Vielmehr ist er als eine durch Luftströme ermöglichte Florenverfälschung zu betrachten. Falls Sie beim Wandern oder beim Rentierzüchten auf eines dieser seltenen Exemplare stossen sollten, so laden Sie es doch bitte in der nächsten Beiz ab.

 

*Die spezielle Fidelrämschfädra*
Als gemeiner Löwenzahn mit Wurzeln im Wallis war es Patrizia schon früh bewusst, dass sie mit Musik die Grenzen überschreiten und die Welt entdecken möchte, um sich mit anderen Söiblüemli auszutauschen. Bei den Rämschfädra findet sie den richtigen Nährboden um zu gedeihen und aufzublühen.
Sie beginnt schon im Alter von fünf Jahren (früh übt sich...), sich mit der klassischen Musik, der Geige im Speziellen, und gutem Walliser Wein vertraut zu machen, was sie mit fortschreitendem Alter auch immer mehr zu schätzen und zu beherrschen weiss. Als Kosmopolit ist Patrizia aber auch heute noch allen Arten der Volksmusik und einem edlen Whisky nicht abgeneigt....
Immer etwas zerstreut wie die Pusteblume im Wind, schafft sie es dennoch, ihr Studium 2003 mit einem Konzertdiplom zu einem Abschluss zu bringen.
2004 schlägt Patrizia Wurzeln bei den ersten Geigen des Luzerner Sinfonieorchesters, spielt als Aushilfe beim Tonhalleorchester Zürich und musiziert im Barockensemble ANTIX. Dabei ist ihr die Freude an der Musik - welcher Art auch immer - und der Austausch mit anderen Musikern und Kulturen die treibende Kraft, ihre Wurzeln auf möglichst breiten Feldern zu verankern. Denn Unkraut vergeht nicht und fühlt sich überall heimisch.